Ein Stück vom Kuchen, oder doch lieber den Ganzen?

In Gesprächen, aber vor allem in Diskussionen stelle ich immer wieder fest, das dabei die eigene Meinung oder Vorstellung über etwas oder von etwas, verteidigt oder dargestellt wird, als wäre es der „ganze Kuchen“. Dabei handelt es sich aber immer nur um „ein Stück“ des Kuchens, welches als „das Ganze“ dargestellt wird, um die eigene Position zu festigen oder zu verteidigen.

Warum ist das so?
Ich glaube das hängt zum einen damit zusammen, dass man Recht behalten will. Ansonsten müßte man ja die Grundlage dieser Meinung einmal hinterfragen was, je nachdem wie „lange“ diese „eigene“ Meinung schon existiert, grundsätzliches und lange als absolut richtig und sicher geglaubtes, auf den Prüfstand stellt – und das will man nicht. Denn dies setzt Veränderungs- und Weiterentwicklungsbereitschaft voraus, womit sich sehr viele Menschen sehr schwer tun – das bedeutet nämlich, die auf dieser Meinung beruhende Sicherheit, eventuell aufgeben zu müssen und sich neuem zu stellen.
Ein weiterer Punkt ist allerdings die wesentlich wichtigere Tatsache, dass die meisten Menschen nicht die Fähigkeit haben, oder haben wollen, den „Kreis rund“ zu machen. Heißt den „ganzen Kuchen“ überhaupt zu erkennen. Zu verstehen, dass wenn der Sprichwörtliche Sack Reis in China umfällt, dies doch etwas mit mir und meinem Leben zu tun hat – denn alles hängt mit allem zusammen, schon immer. Nur haben wir Menschen, die auf der Suche nach den sogenannten „einfachen“ Antworten und Lösungen sind, dies vergessen oder schlicht weg verdrängt. Eine ganzheitliche Sichtweise der Dinge ist wesentlich anstrengender und bedeutet vor allem auch, „Verantwortung“ zu übernehmen – für das eigene Leben, aber auch oft für das Leben meiner Mitmenschen.
So und wie entscheiden Sie sich jetzt – ein Stück vom Kuchen, oder doch den Ganzen?

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